Deutsche Schule Guatemala

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Leitbild

Die Deutsche Schule Guatemala ist eine private, mehrsprachige Bildungseinrichtung, in der sich guatemaltekische und deutsche Kultur begegnen. In ihrer philosophischen und pädagogischen Ausrichtung ist sie von politischen, sozialen und religiösen Ideologien unabhängig. Bei der Verwirklichung ihrer Arbeit berücksichtigt sie die guatemaltekische und die deutsche Gesetzgebung.

Vorrangiges Anliegen der Schule ist der Schüler als Person. Deshalb wird er bei seiner Erziehung und Bildung ganzheitlich gefördert, damit er sich in seiner Beziehung zu Gesellschaft und Umwelt teilnehmend, eigenständig, tolerant, diszipliniert und glaubwürdig entwickelt. Er soll lernen, mit seiner Freiheit verantwortungsbewusst umzugehen, fundamentale Werte und Rechte zu achten, seine Fähigkeiten zu kennen und sich moralischer und ethischer Folgen seines Handelns sowie seiner Grenzen bewusst zu sein, um so den Anforderungen einer sich ständig wandelnden Welt gerecht werden zu können.

Die Schule ist einem hohen akademischen Niveau verpflichtet und legt besonderen Wert auf den Unterricht in den Sprachen, den Sozial- und Naturwissenschaften, der Mathematik, den Künsten und im Sport. Es werden geeignete Voraussetzungen geschaffen und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, damit der Schüler umfassende Kenntnisse erwerben, moderne Technologien anwenden und das Arbeiten und Problemlösen in Gruppen erlernen kann. Ferner wird die Weiterentwicklung der Fertigkeiten und Begabungen des Schülers gefördert, um ihn zu einem kontinuierlichen und dynamischen Lernen zu befähigen, das ihm seine persönliche und berufliche Verwirklichung ermöglicht.

Schule und Familie arbeiten eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig, damit der Schüler sich die Bildung aneignen kann und die gesteckten Ziele erreicht.

Fußnote: Das Wort Schüler betrifft immer Schülerinnen und Schüler.


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Schulgeschichte


um 1890

Erster Versuch der Gründung einer Deutschen Schule durch Konsul Hermann Josef Schaeffer und baldige Schließung.

1892

Entstehung einer deutschen Schulgemeinschaft mit dem Ziel, eine Schule zu gründen

1896 und 1898

Augusto Rouge bietet Unterricht für deutsche Jungen und Mädchen an.

1900

Bildung des Deutschen Schulvereins in Guatemala.
Gewährung der Schulkonzession durch das Erziehungsministerium Guatemalas.
Anmietung eines passenden Gebäudes.
Unterstützung der zu gründenden Schule durch die kaiserliche Regierung in Berlin, besonders Seine Exzellenz Herrn Reichskanzler Grafen von Bülow und den Kaiserlichen Gesandten Herrn Dr. Jur. Von Voigts-Rhetz.
Entsendung deutscher Lehrer nach Guatemala.

1.1.1901

Offizielles Gründungsdatum der Deutschen Schule Guatemala.
Das Schulgebüde steht an der Ecke 4. Ave. und 9. Calle, ein einstöckiges Haus mit zwei Innenhöfen, das später abgebrochen wurde.
Die Schule ist koedukativ und wird von Dr. Stein geleitet. Deutsche Lehrer erteilen Unterricht nach deutschen Lehrplänen.
Unterricht findet von 8-12 und von 14-16 Uhr statt. Der Sportplatz liegt an der 3. Ave. und 10. Calle. Schlagball wird in "El Sauce" (Zone 2) und "Lo de Bran" (Zone3) gespielt.

in den folgenden Jahren

Fortsetzung der finanziellen und personellen Unterstützung durch die Reichsregierung in Berlin.
Unterricht findet in deutscher Sprache statt. Eine Stunde täglich wird Spanisch unterrichtet.
Es gibt einen Kindergarten, eine Elementarschule und eine Gymnasialabteilung.

1914 - 1918

Während des Ersten Weltkrieges führt die Deutsche Schule Guatemala ihren Betrieb weiter.

1917

Das Erdbeben beschädigt die Deutsche Schule schwer.
An der Avenida La Reforma werden behelfsmäßig einige Klassen in einem Holzhaus eingerichtet. Obwohl eine mit Holz geheizte, funkensprühende kleine Bahn und auch eine von Maultieren gezogene Pferdebahn dorthin fahren, schreckt die umständliche und anstrengende Fahrt viele Eltern davon ab, ihre Kinder dorthin zu schicken.
Später wird wieder in der Zone 1 ein Gebäude gemietet (4. Avenida - 12. Calle), worauf die Schülerzahl wieder ansteigt.
Unbekannt ist das Datum des Umzugs in das Gebäude in der 8. Calle zwischen 3. und 4. Avenida, Zone 1.

1922

Einführung nationaler Lehrpläne.

1928

Gründung der Deutschen Schule Quetzaltenango.

1934

Eröffnung eines Internats in der Hauptstadt.

1935

Gründung der Deutschen Schule Cobán.

1936

Die Schule wird unter guatemaltekisches Recht gestellt. Die vorherrschende Unterrichtssprache ist nun Spanisch.
Die Deutsche Schule ist modern ausgestattet. Es gibt eine Turnhalle, ein Physik und Chemielabor, audiovisuelles Material und ein Tonkino. Wegen ihrer pädagogischen Arbeit genießt sie einen guten Ruf unter der Bevölkerung Guatemalas.

30er Jahre

Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Guatemala nehmen an den Märschen zum Unabhängigkeitstag Guatemalas, am 15. September, teil.

1937

Die Schule wird von 322 Schülerinnen und Schülern besucht. Davon haben 162 Deutsch als Muttersprache.

1938

Ein neues Gesetz Guatemalas bestimmt, dass Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet werden.
Einführung einer zweijährigen Handelsabteilung mit dem Abschluss "Taqui-Mecanógrafo y Secretario Comercial". Nach zwei Jahren wieder aufgelöst.

1939

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges werden keine Lehrer mehr aus Deutschland geschickt. Die Schülerzahl sinkt aber nicht, sondern nimmt weiter zu.

Dezember 1941

Die Deutsche Schule Guatemala wird geschlossen, ebenso die Schulen in Quetzaltenango und Cobán.

1957

Gründung der "Asociación de Educación y Cultura Alejandro von Humboldt".

1958

Wiedereröffnung der Deutschen Schule Guatemala durch Regierungsvereinbarung Nr. 1031, ausgestellt durch den Präsidenten der Republik Guatemala.
Anmietung eines Gebäudes in der Zone 13, 3ª. Avenida 1-44, "Villa Ospina".

1961

Erwerb eines Grundstückes in der Zone 11.

1962

Die ersten Schulabgänger schließen ihre Schulausbildung ab.

1965

Umzug der Schule in die Zone 11, ihren heutigen Standort: Diagonal 21, 19-20 zona 11.

Seit 1976

Nach dem Erdbeben erbaut die Schule die Siedlung "Colonia Alemania 76", um den Familien unserer Stipendiaten zu helfen. Seitdem engagiert sich die Schule verstärkt in praktischer Aufbau- und Sozialarbeit.

1984

Einführung der Deutschen Hochschulreifeprüfung (Abitur).

1985

Einweihung der neuen Sport- und Mehrzeckhalle "Profesor Oscar González Recinos".

1987

Bundespräsident Richard von Weizsäcker besucht Guatemala und die Deutsche Schule.

1997

Einführung des Vorkindergartens.
Aufbau der Dualen Berufsausbildung mit dem Abschluss "Industriekaufmann /Industriekauffrau" und "Außenhandelskaufmann/- kauffrau".

1998

Das Leitbild der Deutschen Schule Guatemala wird verabschiedet.

ab 2000

Offizieller Schüleraustausch mit Schulen in Deutschland.

2001

Hundertjahrfeier der Deutschen Schule Guatemala.

2003

Umstellung auf eine 12-jährige Schulausbildung mit gleichzeitigem Erwerb der Allgemeinen Deutschen Hochschulreife und des guatemaltekischen Bachillerato.

2005-2008

Systematischer Schulentwicklungsprozess zur Verbesserung der pädagogischen Qualität der Deutschen Schule mit interner und externer Evaluation und mit dem angestrebten Ziel der Zertifizierung der Schule durch die deutschen Behörden.
Verfasser: Gerhard Kodytek


 

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